Es war einmal ein Mann, in dessen Leben sich alles um den schnöden Mammon drehte, sein Lebensinhalt bestand darin so viel Geld wie möglich zu scheffeln.

Zuerst steckte er es in einen Strumpf, dann sammelte er es in einer Schublade, später hortete er es in einer Truhe und schliesslich, als es zu einem Vermögen heranwuchs, brachte er es zur Bank.

Er schuftete und ackerte wie ein Besessener. Sein Konto wuchs von Jahr zu Jahr. Dabei gönnte er sich nichts und auch seine Familie bekam nichts davon ab. Weder seiner Frau noch seinen Kindern ermöglichte er ein angenehmeres Leben : kein Komfort, keine Reisen, keine schöne Kleider, kein leckeres Essen, kein Studium usw.

Er raffte und raffte und schliesslich war er mehrfacher Millionär. Und sogar dann gab er sich noch immer nicht zufrieden.

Sein Geiz beschränkte sich aber nicht nur auf das Materielle, auch sein Gefühlsleben war davon betroffen. Mit der Zeit hatte er eine dicke Mauer um sich errichtet. Weder für seine Frau noch für seine Kinder hatte er ein liebes Wort, eine liebevolle Geste oder sonstiges Zeichen des Mitgefühls. Sein Herz war aus Stein wie auch sein Gesichtsausdruck versteinert war.

Seine Frau starb an gebrochenem Herzen und die Kinder zogen sich allmählich zurück. Doch seine Geldsucht war stärker als alles andere. So wurde er denn ein einsamer, verlassener und verbitterter Greis.

Eines Tages wurde eine neue Währung eingeführt. Obschon das Geld nicht an Wert einbüsste, war er plötzlich nicht mehr Millionär. Daraufhin wurde er wahnsinnig und starb schliesslich im Glauben, all sein Geld verloren zu haben.