Wir sind wieder in Vrindavan (habt ihr ja vielleicht schon gelesen...) und wir dachten uns, ihr wollt bestimmt auch ein paar Bildchen sehen J Also haben wir sie schon ins Internet gestellt. Ihr könnt hier klicken, um sie euch anzusehen. 

Es war einfach herrlich! Gut, hin und wieder etwas heiß und zu hell um die Augen für ein Bild aufzumachen, aber davon haben wir uns nicht beeindrucken lassen! Wir sind am 15. September in der Früh aufgebrochen und dachten, wir haben für die 250 Kilometer nach Jaipur bestimmt 6 oder7 Stunden Fahrt vor uns, da die Straßen in Rajasthan dafür bekannt sind, mehr Löcher als Straßenbelag zu haben. Deshalb waren wir sehr angenehm überrascht, dass wir uns auf einem großteils ausgebauten, vierspurigen Express-Highway wiedergefunden haben. Das heißt allerdings nicht, dass es da zugeht wie in Deutschland. Ja, wir konnten teilweise bis zu 120 (!) Stundenkilometer fahren, aber immer noch überqueren Menschen die Straße von rechts nach links, sind Fahrrad-Rikshas unterwegs und hin und wieder kommt eine Kuh entgegen, die vom Verkehr außenrum völlig unbeeindruckt ist. Wenigstens eins ist so, wie’s in Deutschland ist: Sogar wenn es drei Spuren gibt, muss man abbremsen, wenn ein Lastwagen einen Bus überholt, der seinerseits einen Traktor überholt!

Wir waren auf jeden Fall nach gut 4 Stunden schon in Jaipur... und haben noch eine weitere Stunde nach unserem Hotel gesucht J

Jaipur – die pinke Stadt – liegt in Rajasthan, dem Land der Maharajas, Paläste und Burgen. Deshalb gibt es in und um die Stadt viele Dinge zum ansehen: Hawa Mahal, der Palast der Winde, Jal Mahal, der Palast des Wassers, Amber Fort, eine Festung mit wundervollem Blick auf Jaipur und die Umgebung, der City Palace, in dessen einem Flügel die Königsfamilie heute noch lebt und der auch ein Museum mit alten Königs-Klamotten und zwei riesigen Silberpötten beinhaltet. Jaipur wird ‚the pink city‘ genannt, weil die Bewohner und Erbauer ganz einfach die halbe Stadt pink angemalt haben. Klingt vielleicht nach einer Barbie-Wunderwelt, ist aber doch ganz schön, wenn man da ist.

Nachdem wir uns in der Früh immer etwas mehr Zeit ließen, waren wir um zehn beim Frühstück und dann immer so gegen 12 sind wir aufgebrochen, um uns die Sehenswürdigkeiten anzusehen. Die beste Zeit, um in Indien in der Stadt herumzustreunen und auf Paläste zu steigen J. Also haben wir gleich nach dem ersten Versuch, die Stadt zu besichtigen, ein ‚Lassiwala‘ aufgesucht, wo wir uns mit einem herrlich süßen Lassi dann zu den Indern auf die halbsauberen Stühle im Laden gesetzt haben und etwas abkühlen konnten. Die Stadttour haben wir dann auch noch beendet, um dann am zweiten Tag etwas außerhalb nach Amber Fort und Nahargarh zu fahren. Das Fort diente in jener Zeit als Rückzug in Belagerungssituationen. Von dort hatten wir wirklich ganz Jaipur unter uns liegen. Einfach schön! Aber auch wieder ziemlich heiß... Nach einer Tour durch das ganze Fort sind wir dann über eine echt Rajasthanische Straße nach Nahargarh gefahren, einem Haus eines früheren Königs, der in den neun separaten Wohnungen, die sich darin befinden, seine neun Frauen untergebracht hat. Praktisch!

Also, Jaipur war wirklich schön! Wir sind am 17. Dann nach Pushkar aufgebrochen. Auch hier wieder eine gute Straße fast bis in die kleine Stadt. Diese Stadt wurde mir zuvor als ‚ein bezauberndes kleines Städtchen‘ beschrieben, unser Eindruck war jedoch (wie im Tagebuch auch schon erwähnt) nicht so wahnsinnig begeisternd. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt hatten wir bald gesehen: den Brahma-Tempel und den See. Ansonsten, tja, sind wir durch die Straßen von Pushkar gelaufen, ein Laden neben dem anderen, und weil wir nichts anderes zu tun hatten, habe ich ein wenig eingekauft. J Es waren relativ viele Touristen unterwegs, eigentlich hatte man immer mindestens ein oder zwei Menschen im Blickfeld, deren Haut doch eher meinem zartrosa Hautton ähnelte als dem einheimischen. Und sie haben recht viel Haut blicken lassen. Am ersten Tag kam ich mir in meinem Punjabi als Europärin beinahe overdressed vor beim Anblick von Shorts, Tank Tops und kurzen Kleidchen. Ich war aber doch davon überzeugt, dass für mein ‚Touristen-Outfit‘ ein T-Shirt und eine dreiviertel-Hose eher angemessen sind. Da wir in Pushkar doch nicht mehr viel zu tun hatten, haben wir uns die Umgebung etwas genauer angeschaut.

Eigentlich ist es ein eher trockenes Land, aber wir waren ja jetzt zur Endzeit des Monsun da, was bedeutet, dass es um die Stadt rum recht grün war und auch die Wüste, die ich unbedingt sehen wollte, keine Sandwüste ist, sondern eher eine Wiese mit etwas Sand dazwischen, was aber keinen der zahlreichen Touristen-Führer daran hindert, Kamel-Safaris in der Wüste anzubieten.

Am Abend haben wir uns eins der unzähligen Rooftop-Restaurants ausgesucht in dem wir ein richtig leckeres Abendessen mit Blick auf die Stadt genießen durften. Die Auswahl an Restaurants war wirklich riesig und wir konnten uns kaum entscheiden: das Om Shiva Buffet, das Venus rooftop restaurant, das The real Shiva Garden Terrace, das Hard rock Restaurant oder das Pink Floyd? Sie alle hatten ‚Indian, Italian, Chinese‘ Essen im Angebot, manche noch mit Extras wie ‚Maxican‘ oder ‚Israeli‘.  Wir haben uns indisch ausgesucht, wobei ich mir dazu noch chinesische Chowmien-Nudeln bestellt habe.

Und wie es immer so ist, wenn wir in Indien reisen, hat es hin und wieder auch geregnet. Etwas mehr in Pushkar, etwas weniger in Jaipur, aber richtig nass geworden sind wir diesmal nicht. Etwas feucht und dann natürlich dreckig mit dem ganzen Schlamm, aber wir blieben von großen Regengüssen verschont.

Jeden Abend haben wir brav das Tagebuch geschrieben, in dem Wissen, dass ihr bestimmt auch wissen wollt, wie uns unser Urlaub gefällt!