Hier bleibt nichts verborgen
all die alten Zwänge
und Blockaden
kommen wieder ans Licht.
Träume zerplatzen
und der Körper befreit sich
von dem Gift der Ich-Sucht.
Was bleibt, ist die Sehnsucht
nach der universellen Liebe.

Der Ventilator
bläst mir warme Luft
über meine Haut.
Ein kleiner Liebeshauch berührt mich,
bis ich mir wieder selbst im Licht stehe
und nur den Schatten betrachte.

In stiller Dankbarkeit
sitze ich am Yamuna.
Mit dem Fluss
treiben meine kindlichen Ängste davon.

Ein geschenkter Augenblick
Der Vogel im Herzen
darf heute wieder singen
und der Wind trägt seinen Gesang

Geliebte Yamuna
wie geduldig erträgst Du den Schmutz
und das Gift
Trotzdem wirst Du mit Blumen verehrt
und singst den Menschen Dein altes Lied.
Wann wird man Dich wirklich erhören?

Tiefstehendes warmes Sonnenlicht im Rücken
Uferschwalben gleiten spielerisch
über das spiegelglatte Wasser des Yamunas
Von der Ferne heilige Gesänge
vermischt mit Autohupen
Grillengezirpe und Vogelsang

Ungezwungenes Sitzen
am Yamuna Ufer
In der Ferne ziehen die Kühe
Die Luft voller Gottesliebe
Wie ein Sog zieht sie mich ins Herz aller Dinge
Gedanken zur Ruhe gekommen
lassen mich die Schönheit des Abends genießen.

Das andere Ufer vom Staub aufgewirbelt,
Kühe getrieben
springen ins Wasser
Ermutigende Schreie der Kuhhirten
Obenaufsitzend
Durch den Fluss schwimmend
Das Ufer erreichend
Ziehen sie gelassen nach Hause

Viel deutlicher scheine ich hier
das ewige Lied in allen Dingen zu hören
Obwohl die Natur so gequält wird
ist die Liebe und Anmut stets gegenwärtig.

Mit einem Schrei
gleitet majestätisch ein Reiher übers Wasser
Spiegelnde Flügel – Bewegungen
Wer kann diese Momente des Berührtseins
schon einfangen?

Die Luft vom Herdfeuer geräuchert
unermüdlich die Traktoren und Wasserpumpen
Blutrot die Sonne
bis sie im Dunst versinkt
Geschäftiges Treiben und Hundegebell
stimmen an das Abendlied.

Der rote Feuerball am Himmel
tritt seine Nachtfahrt an
Singendes Abendrot
sanftes niedersinkendes Licht
verblassender Tag
Verebbender Sonnenton im Dunst aufgelöst
Ein Verschmelzen von Himmel und Erde

Sitzen bis es dunkel wird
Still werden
und der Yamuna lauschen
Die Nacht senkt sich
mit einem kühlen Hauch
Und bringt den Griffel in meiner Hand
zum Schweigen